Telemedizin stärkt die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum: Crossen profitiert von Unterstützung aus Jena

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Viele Menschen im Publikum

Das Interesse der Bürger:innen an einem künftigen Telemedizinraum in Crossen war groß.


©Stadtwerke Jena

Wie kann medizinische Versorgung auch dann gut funktionieren, wenn Arztpraxen weit entfernt sind oder Wege beschwerlich werden? Eine Antwort darauf bietet der Telemedizinraum des Smart City Projekts Jena. Ziel ist es, moderne Gesundheitsversorgung digital und gleichzeitig persönlich zugänglich zu machen – für die Stadt ebenso wie für den ländlichen Raum. 

Der erste Telemedizinraum wurde 2024 im Smarten Quartier Jena-Lobeda eröffnet. Er ist Teil des Smart City Projekts der Stadt Jena und wurde in Kooperation mit den Stadtwerken Jena umgesetzt. In direkter Nachbarschaft zum Universitätsklinikum gestartet, dient der Telemedizinraum als Pilotprojekt, um neue Wege in der medizinischen Versorgung zu erproben. Bürger:innen können dort in einem geschützten, barrierearmen Umfeld medizinische Beratung per Video in Anspruch nehmen – begleitet durch geschultes Personal vor Ort.

Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv: Erste Rückmeldungen zeigen, dass die Kombination aus moderner Technik und persönlicher Begleitung sehr gut angenommen wird. Bereits 2024 fanden erste Pilotanwendungen statt, unter anderem Behandlungen von Gesichtsnervenlähmungen. Seit Mai 2025 werden auch hausärztliche, dermatologische und chirurgische Sprechstunden angeboten. Der Telemedizinraum leistet damit einen innovativen Beitrag zu einer Gesundheitsversorgung, die alle erreicht.

Diese positiven Erfahrungen sollen nun in die Region getragen werden. Ein konkretes Beispiel ist die Gemeinde Crossen an der Elster, die gemeinsam mit Jena einen Telemedizinraum aufbauen möchte. Aktuell wird eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet, um die Zusammenarbeit verbindlich zu regeln. Ziel ist es, nach Abschluss der Vereinbarung zeitnah mit der Umsetzung zu beginnen und das Angebot vor Ort verfügbar zu machen – insbesondere für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität.

Das Interesse am Telemedizinraum wächst weiter: Eine weitere Kommune hat bereits ihr Interesse bekundet, ebenfalls Teil des Projekts zu werden. Auch hier befindet sich eine Kooperationsvereinbarung in Vorbereitung. Damit entsteht Schritt für Schritt ein regionales Netzwerk, das zeigt, wie digitale Lösungen die medizinische Versorgung nachhaltig stärken können.

Langfristig verfolgt das Smart City Projekt Jena das Ziel, den Telemedizinraum nach erfolgreicher Erprobung auch in ländlichen Regionen zu etablieren und so den Zugang zur medizinischen Betreuung flächendeckend zu verbessern – für eine lebenswerte, vernetzte und zukunftsfähige Region.