Daten – das Fundament einer modernen Stadtverwaltung

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Jena mit Vebrindungslinien

Von Verkehrsplanung bis Bürgerservice: Daten verbinden viele Bereiche der Stadtverwaltung – auch in Jena.


©KI

Was haben die Planung neuer Verkehrswege, die Gießrouten unserer Stadtbäume und die Dienstleistungen unseres Bürgerservice gemeinsam?  

Mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Denn all diese Aufgaben beruhen auf einem entscheidenden Faktor: Daten.

Ob in der Verkehrsplanung, im Umwelt- und Klimaschutz oder im Bürgerservice: Überall entstehen Daten, die – richtig genutzt – dazu beitragen, unsere Stadt lebenswerter, effizienter und transparenter zu gestalten.

Bereits im Digitalen Donnerstag zum Thema „Urbane Daten: Der Schlüssel zu einer smarten Stadt“ wurde dieses Thema einführend beleuchtet.

Warum ist das Thema Daten jetzt so wichtig?

Eine smarte Stadt nutzt Daten, um Entscheidungen besser zu treffen, Ressourcen gezielter einzusetzen und die Lebensqualität für alle zu erhöhen. Damit sind Daten eine zentrale Grundlage moderner Verwaltung. Sie werden zu einer wertvollen kommunalen Ressource, die im Sinne des Gemeinwohls verantwortun

gsvoll gestaltet und genutzt werden muss.

Deshalb haben wir als Stadt Jena eine Datenstrategie entwickelt, welche auch im Mai 2025 durch den Stadtrat beschlossen wurde. Sie schafft einheitliche Standards für den Umgang mit Daten und sorgt dafür, dass Informationen künftig besser gepflegt, leichter nutzbar und transparenter werden. Damit legen wir eine wichtige Grundlage für eine digitale Verwaltung, für bessere Entscheidungen und für mehr Offenheit gegenüber einer dateninteressierten Stadtgesellschaft.

Wer kümmert sich um die Datenpflege in der Verwaltung?

Die Rollen und Aufgaben des Datenmanagement, -pflege und -bereitstellung sind sowohl in einer eigenen Organisationseinheit als auch in den Fachbereichen direkt verteilt. Dabei haben alle ein gemeinsames Ziel eine transparente, moderne und datengetriebene Verwaltung, die Innovation, Zusammenarbeit und das Gemeinwohl fördert, während Datenschutz und Datensicherheit jederzeit gewährleistet bleiben. 

Das Team Datenmanagement hat die Aufgabe der „Standardisierung der Pflege und Bewirtschaftung“ von Daten. Die Erfassung, Nutzung und Freigabe selbst kann nur im Zusammenwirken von fachlichem Bereich und zentralem Datenmanagement geschehen.

Um die Fachbereiche damit nicht alleine zu lassen, werden auf dieser Grundlage allen, die Daten erstellen, bearbeiten und nutzen, adäquate Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden.

Eine besondere Rolle im Datenmanagement spielen die Urban Data Coaches, die im Rahmen des Smart City Projektes eingestellt wurden. Sie übernehmen die Aufgabe der Datenarchitekt:innen und Datenmanager:innen.

Was sind Datenarchitekt:innen und Datenmanager:innen?

Datenarchitekt:innen sorgen dafür, dass Daten in einer Organisation gut „gebaut“ sind – ähnlich wie Architekt:innen bei einem Haus.

Sie planen:

  • wo Daten gespeichert werden,
  • wie verschiedene Daten zusammenpassen,
  • und wie Daten sicher und zuverlässig genutzt werden können.

Man kann sich das wie folgt vorstellen: Datenarchitekt:innen entwerfen den Bauplan für die Daten. Sie legen fest, welche Systeme miteinander verbunden sind, welche Standards gelten und wie neue Daten sinnvoll eingebunden werden. So wird verhindert, dass Daten chaotisch verteilt, doppelt gespeichert oder nicht kompatibel sind.

Datenmanager:innen kümmern sich um den laufenden Umgang mit den Daten im Alltag.

Sie achten darauf, dass:

  • Daten vollständig, korrekt und aktuell sind,
  • klare Zuständigkeiten bestehen,
  • Regeln zum Datenschutz und zur Datensicherheit eingehalten werden,
  • und Daten dort genutzt werden, wo sie gebraucht werden.

Datenmanager:innen sind oft die Ansprechpersonen, wenn es Fragen zu bestimmten Daten gibt: Wie komme ich an die Daten aus meinem System oder Programm? Wie kann ich die Daten aus meinem Programm auswerten? Dürfen sie weitergegeben werden?

Was bedeutet das für Bürger:innen?

Je besser die Datenqualität, desto aussagekräftiger sind Auswertungen und Visualisierungen. Urbane Daten bilden außerdem eine wichtige Grundlage für digitale Dienstleistungen – für Bürger:innen ebenso wie für Wirtschaft und Wissenschaft. Dafür reicht es nicht, Daten nur zu erzeugen: Entscheidend sind klare Regeln und Rahmenbedingungen, wie sie in der Datenstrategie festgelegt sind – damit Daten transparent, zuverlässig, verfügbar, sicher und gut nutzbar sind. Entsprechend wurden Maßnahmen definiert, um den Nutzen der Daten für den Stadtverbund, die Stadtgesellschaft und ihr Umfeld langfristig zu verbessern.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir setzen die Maßnahmen aus der Datenstrategie Schritt für Schritt um: Dafür entwickeln wir  die technische Infrastruktur für das Datenmanagement weiter und etablieren die urbane Datenplattform. Gleichzeitig stärken wir die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden durch regelmäßige Schulungsvideos. Unsere Urban Data Coaches stehen dabei bereits jetzt als feste Ansprechpersonen für Fragen und Unterstützung zur Verfügung. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass urbane Daten in der Verwaltung verlässlich, sicher und dort nutzbar sind, wo sie gebraucht werden.


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