Mit 5G alles im Fluss

Ganz im Sinne eines Miteinanders wollen wir im Jenaer 5G-Digitalisierungsprojekt ausdrücklich alle Arten von Verkehrsteilnehmenden miteinander vernetzen und dabei den Verkehrsfluss optimieren.

Die Wettbewerbsphase

Die Stadt Jena ist dran geblieben. Glückte es uns in der ersten Stufe des 5G-Innovationswettbewerbs des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr noch nicht, konnten wir das eingereichte Konzept mit Förderung des Thüringer Wirtschaftsministeriums weiterentwickeln, uns dabei auf die 5G-basierte Verkehrsvernetzung fokussieren und mit unserem Umsetzungskonzept in der zweiten Stufe die Jury überzeugen.

Und darauf sind wir wirklich stolz: Als eines von 10 Umsetzungsprojekten der zweiten Förderphase erhält das Gesamtprojekt 3,9 Millionen Euro für die „5G-basierte V2X-Vernetzung zur Steigerung der Verkehrssicherheit sowie zur Optimierung des multimodalen Verkehrs und der Energieversorgung in Jena“ – so der offizielle Titel. 2021 war offizieller Beginn des Projektes, insgesamt läuft die Förderphase von 2021-2023.

Aber wofür steht das Projekt, was sind Ziele und wie ist der Status Quo? Darüber wollen wir im heutigen DigiDo berichten.

Die Idee

Wer Jena kennt, kennt auch die besondere Verkehrssituation im schönen, aber engen Saaletal. Durch die ausgeprägte Kessellage der Stadt kommt es während der Hauptverkehrszeiten auf den Hauptachsen zu einem starken Verkehrsaufkommen. Über 26.000 Pendlerinnen und Pendler zieht es täglich in die Stadt, während rund 12.000 in die umliegenden Städte auspendeln. Das Ergebnis ist klar: Staus und überfüllte Busse und Straßenbahnen.

Das Ziel

Genau hier sehen wir unsere Aufgabe: Die Optimierung des Verkehrsflusses. Wir wollen verschiedene 5G-basierte Anwendungen entwickeln, die helfen sollen, Fahrzeiten zu verkürzen, motorisierten Individualverkehr zu reduzieren, Ampelphasen besser zu koordinieren und auch Verkehrsteilnehmende schneller mit Informationen zur aktuellen Lage zu versorgen. Auch das Thema Kollisionsvermeidung, wie bspw. Unfälle zwischen dem Individualverkehr und dem öffentlichen Nahverkehr verhindert werden können, wird untersucht. Für einen nachhaltigen und klimafreundlicheren Verkehr setzt die Stadt Jena auf Elektromobilität. Damit das Stromnetz der steigenden Nachfrage standhält, werden Ladevorgänge mithilfe von 5G optimiert, um Lastspitzen im Netz zu vermeiden.

Was macht 5G?

Ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der 5G-Anwendungen ist das 5G-Mobilfunknetz. Durch die Partnerschaft mit der Telekom und Vodafone konnte frühzeitig eine flächendeckende Verfügbarkeit einer 5G-Netzabdeckung im gesamten Stadtgebiet erreicht und damit die Basis für unser Projekt gelegt werden.

Alle erhobenen Verkehrsdaten, welche vor allem an den Ampeln eingehen, werden in Echtzeit an eine Servereinheit der Stadt gesendet, dort analysiert und über geeignete Kanäle zurück an die Verkehrsteilnehmenden gespielt. Ampeln haben in unserem Projekt eine Schlüsselfunktion, da an Kreuzungen Fußgänger:innen und Radfahrer:innen mit Pkw-Verkehr und ÖPNV aufeinander treffen. Deren Wartezeiten so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu gestalten, ist eine große Herausforderung für das innerstädtische Straßennetz. Dies wird während der Projektlaufzeit auf einer Teststrecke erprobt und ausgewertet, um herauszufinden, welche Anwendungsszenarien in einem späteren Schritt für das gesamte Verkehrsnetz genutzt werden können.

Spannend ist das bereits entwickelte und in der Trafostation am Westbahnhof realisierte Lastmanagementsystem. Damit wird der aktuelle Energiebedarf der Elektrobusse ermittelt und deren Nachladevorgänge gesteuert, um das Stromnetz stabil zu halten, auch wenn zukünftig die Nachfrage steigt. Zwischen Bus, Lade- und Trafostation werden dabei die erforderlichen Daten über das öffentliche 5G-Mobilfunknetz übertragen. Ein mobiles Lastmanagement für die Straßenbahnen folgt in Kürze.

Die Projektpartner

Die Gesamtprojektleitung liegt in der Hand der Stadt Jena, die als Konsortialführer des Verbundprojektes auftritt. Zu den Projektpartnern aus der regionalen Wirtschaft in Thüringen und Sachsen zählen die Firmen Data in Motion Consulting GmbH aus Jena sowie dasInstitut für angewandte Verkehrstelematik GmbH (INAVET) aus Dresden. Die Technische Universität Dresden und die Hochschule Mittweida bringen ihr wissenschaftliches Know-how aus langjähriger Forschung zur vernetzten Mobilität und digitalen Energiewirtschaft ein. Getestet und in verschiedenen Use Cases erprobt werden die Erkenntnisse an dem städtischen Ampelsystem. Der Kommunalservice Jena ist im Projekt dabei ein wichtiger Akteur für die Steuerung der Lichtsignalanlagen. Die Anwendungsfälle im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs werden durch den Jenaer Nahverkehr aktiv begleitet. Die Stadtwerke Jena Netze beteiligen sich beim Schwerpunkt Elektromobilität und Energiemanagement. Als assoziierte Partner für das 5G-Projekt konnten die Mobilfunknetzbetreiber Telekom und Vodafone gewonnen werden.

Mehr Infos finden Sie hier:

Autorinnen: Dorothea Prell, 5G-Gesamtprojektleiterin, und Heike Stötzner, 5G-Projektmanagerin

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