Smart City Jena 2025: Zwischen Datenstrategie und Teilhabe
2025 war für das Smart City Projekt Jena ein Jahr, in dem vieles sichtbar gereift ist: Strategische Grundlagen wurden beschlossen, Angebote wurden verstetigt und neue Formate haben gezeigt, wie stark der Austausch zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft in Jena funktioniert. Zeit für einen Rückblick.
Ein stabiles Fundament: Einheitliches Datenmanagement
Die Arbeit im Bereich Datenmanagement ist oft nicht sofort sichtbar, sorgt aber dafür, dass Entscheidungen besser begründet und Prozesse nachvollziehbarer werden. Ein zentraler Meilenstein war die Datenstrategie: Am 21. Mai 2025 hat der Stadtrat die städtische Datenstrategie beschlossen. Damit ist der Rahmen geschaffen um den Umgang mit Daten in der Stadtverwaltung effizienter und verantwortungsbewusster zu gestalten. Wenn Daten besser verstanden werden, können sie auch besser eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Entscheidungsfindung.
Orte zum Mitmachen: ProbierLaden und ProbierMobil
Dass Digitalisierung in Jena nicht nur im Hintergrund stattfindet, zeigt der ProbierLaden. Er wurde bereits 2024 eröffnet, wird sehr gut angenommen – auch von Bürger:innen aus dem Umland – und bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Themen: kostenfrei und ohne Anmeldung. Das Angebot für die mobile Variante „ProbierMobil“ wird 2026 weiter ausgebaut .
JEDI als Knotenpunkt: Fachgruppen, Austausch und Stadtentwicklung
Der JEDI – Jena Digital Innovation Hub – ist ebenfalls seit 2024 ein wichtiger Treffpunkt für Fachgruppen, Expert:innenaustausch und Kooperationen. Deshalb hat er sich als Veranstaltungsort für diverse Veranstaltungen etabliert.
Hack the paradise! 2025: Der zweite Hackathon – und 2026 folgt der dritte
Ein weiterer Höhepunkt im Smart City Jahr war „Hack the paradise!“ – der Hackathon zur Gestaltung der digitalen Stadt. 2025 fand damit bereits der zweite Hackathon statt; ein erstes Format gab es 2023, und für 2026 ist in diesem Jahr der dritte Hackathon geplant. Am 13. und 14. Juni 2025 stand „Hack the paradise!“ im Zeichen von Künstlicher Intelligenz. Ziel war es, das Schwarmwissen der Stadt zu aktivieren und gemeinsam mit Entwickler:innen, Studierenden, Kreativen, Datenexpert:innen, Designer:innen und interessierten Bürger:innen praxisnahe KI-Anwendungen prototypisch zu testen.
Digitale Bildung: Digitalagent und Vernetzung gewinnen an Fahrt
Auch im Bereich Bildung und Qualifizierung wurden 2025 wichtige Schritte gemacht. Christoph Voigt hat sich als Digitalagent an den drei Jenaer Pilotprojektschulen gut eingefunden und etabliert. Ziel ist es, aus seiner Stelle eine Blaupause zu entwickeln, die langfristig auch über Jena hinauswirken könnte. Das Begleitgremium zum Digitalagenten hat sich gefunden, tagt regelmäßig und setzt wichtige Zukunftsimpulse, indem es Perspektiven aus Landesebene, Kommune, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Praxis zusammenführt, das Profil schärft und den Transferprozess aktiv voranbringt. Gleichzeitig wurde die schulische Vernetzung gestärkt: Beim ersten schulübergreifenden Vernetzungstreffen Digitalisierung am 8. August 2025 kamen rund 60 Teilnehmende zusammen, um gemeinsam Lösungen zu diskutieren, voneinander zu lernen und nachhaltige Strukturen aufzubauen.
Im frühkindlichen Bereich ist der Bedarf ebenfalls deutlich: Die Fortbildungsreihe „Smarte Kitas“ startete 2025 mit großem Interesse. Rund 140 Teilnehmende, darunter etwa 120 pädagogische Fachkräfte, beschäftigten sich in der Imaginata mit Fragen der digitalen Bildung im Kita-Alltag – sicher, kreativ und alltagsnah, inklusive Impulsen zur Medienerziehung und Beratungskompetenz gegenüber Eltern. 2026 wird die Fortbildungsreihe weitergeführt.
Digitale Gesundheit: Telemedizinraum und Gesundheitsapartments
Im Bereich Gesundheit wurde Digitalisierung 2025 besonders greifbar. Der Telemedizinraum wurde Anfang des Jahres offiziell eröffnet, dort finden Sprechstunden für Allgemeinmedizin, Chirurgie und Dermatologie statt – zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger Jenas. Gleichzeitig wurde die Perspektive vorbereitet, das Konzept künftig in den ländlichen Raum zu übertragen. Ergänzend entwickeln sich die Gesundheitsapartments weiter: Der Kreis der Nutzenden wird stetig erweitert; zuletzt konnten neben teilstationären auch tagesstationäre Patient:innen des UKJ aufgenommen werden. Der MDR berichtete in einer umfangreichen Reportage über die Gesundheitsversorgung der Zukunft.
Stadtentwicklung mit Daten: Passantenfrequenzmessung in der Pilotphase
Die Erhebung von Passantenströmen erfolgt vielerorts noch manuell, es braucht aber präzisere, kontinuierliche Daten, um Entwicklungen nachvollziehbar zu machen und Maßnahmen besser bewerten zu können. Ziel ist der Aufbau einer digitalen Infrastruktur, mit der Passanten- und Besucherströme kontinuierlich erfasst und analysiert werden können – als Grundlage für datenbasierte Entscheidungen in Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, selbstverständlich vollständig anonym und ohne Personenerkennung.
Digitale Souveränität konkret: Kooperation für ein Open-Source-Chatsystem
Ein weiterer Schritt Richtung digitale Souveränität war der Start einer interkommunalen Kooperation mit Am Süderprarup zur gemeinsamen Entwicklung und Beschaffung eines multifunktionalen Chatsystems. Ziel ist ein vielseitig einsetzbares System für unterschiedliche Anwendungsszenarien – sowohl in der externen Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern als auch zur internen Unterstützung von Mitarbeitenden.
Gut vernetzt und sichtbar: Austausch und Öffentlichkeitsarbeit 2025
Smart City endet nicht an der Stadtgrenze. 2025 war Jena auf zahlreichen Veranstaltungen und in Netzwerken präsent und hat Impulse mitgenommen sowie eigene Erfahrungen eingebracht, unter anderem bei:
- dem 14. Netzwerktreffen Smart Cities/Smart Regions in Eisenach (Impulse für eine nachhaltige Digitalisierung)
- Standprogramm bei „Dein Tag im Paradies“ 2025
- dem Data Science Day Jena 2025 am 14. Mai 2025 in den Rosensälen in Jena (Vernetzen. Austauschen. Weiterdenken.)
- dem 6. MPSC-Kongress am 6. und 7. Mai 2025 in München (Austausch für nachhaltige Digitalisierung)
- der 22. Regionalkonferenz am 3. Juni 2025 in Halle unter dem Motto „Smart sein: Brücken bauen – Netzwerke nutzen“
Zudem wurde Smart City Teilprojektleiter Martin Berger in das neu gegründete Kommunale Open Source-Board berufen, initiiert vom Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS), Verband für kommunales Management (KGSt) und der Stadt Dortmund – ein weiterer Baustein, um Wissen zu teilen, Standards zu stärken und digitale Handlungsfähigkeit langfristig auszubauen.
Ausblick auf 2026
2025 war kein Abschluss, sondern ein starkes Zwischenkapitel. 2026 geht es darum, Projekte weiter zu verstetigen, Ergebnisse in die Breite zu bringen und neue Formate zum Mitmachen zu öffnen – unter anderem mit dem dritten Hackathon, der Weiterentwicklung von Dashboards und Datenplattform-Komponenten, dem Fortschritt der Pilotphase Passantenfrequenzmessung sowie dem weiteren Ausbau digitaler Bildungs- und Gesundheitsangebote. Gleichzeitig sind wir weiter auf der Zielgeraden: Das Projekt läuft noch bis August 2027 – umso wichtiger ist jetzt, erfolgreiche Ansätze dauerhaft zu verankern und so aufzubauen, dass sie über die Förderlaufzeit hinaus wirken.
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