Gemeinsam smarter: Warum Vernetzung Smart Cities erfolgreich macht

Gute digitale Lösungen müssen nicht überall neu erfunden werden. Der größte Mehrwert entsteht dann, wenn Erfahrungen geteilt, Ideen gemeinsam weiterentwickelt und erfolgreiche Ansätze auf andere Kommunen übertragen werden. Deshalb sind Wissenstransfer und Vernetzung zentrale Erfolgsfaktoren des Smart City Projekts Jena.

Gemeinsam voneinander lernen

Digitale Transformation ist Teamarbeit. Denn viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Sie wollen ihre Verwaltungen digitalisieren, Innenstädte attraktiver gestalten, auf die Folgen des Klimawandels reagieren oder kommunale Daten besser nutzbar machen.

Das Bundesprogramm „Modellprojekte Smart Cities“ verfolgt deshalb das Ziel, digitale Lösungen nicht nur für einzelne Städte zu entwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse und Anwendungen sollen möglichst vielen Kommunen zugutekommen – unabhängig davon, ob es sich um eine Großstadt, ein Mittelzentrum oder eine Landgemeinde handelt.

Der Austausch zwischen den Modellkommunen sorgt dafür, dass Erfahrungen weitergegeben, Fehler vermieden und praxiserprobte Lösungen schneller eingesetzt werden können. So muss nicht jede Kommune bei null anfangen.

Jena als Teil eines bundesweiten Netzwerks

Das Smart City Projekt Jena bringt sich aktiv in dieses Netzwerk ein. Das Projektteam tauscht sich sowohl mit anderen Modellprojekten Smart Cities als auch mit nicht geförderten Kommunen aus, arbeitet in verschiedenen Arbeitsgruppen des Förderprogramms mit und beteiligt sich an bundesweiten Fachdiskussionen.

Darüber hinaus präsentiert Jena seine Projekte und Erfahrungen regelmäßig auf regionalen, nationalen und internationalen Fachveranstaltungen. Dazu gehörten unter anderem die DMEA, Europas führende Messe für Digital Health, im Jahr 2024 sowie der Smart City Expo World Congress in Barcelona 2024 und 2025.

Vom 13. bis 15. Oktober 2026 wird das Smart City Projekt Jena außerdem auf der Smart Country Convention in Berlin vertreten sein. Solche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Lösungen aus Jena einem breiten Fachpublikum vorzustellen, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.

Wissen teilen statt doppelt entwickeln

Wie wertvoll dieser Austausch ist, zeigte beispielsweise ein Peer Learning zu urbanen Datenplattformen, bei dem das Smart City Projekt Jena Gastgeber war. Kommunen mit unterschiedlichen Erfahrungsständen kamen zusammen, diskutierten gemeinsame Herausforderungen und tauschten praxiserprobte Lösungsansätze aus.

Auch innerhalb Thüringens engagiert sich Jena für eine stärkere Vernetzung. Gemeinsam mit Kommunen, kommunalen IT-Dienstleistern, Unternehmen und der Digitalagentur Thüringen beteiligt sich das Projekt am Netzwerk „Smart Cities/Smart Regions in Thüringen“.

Als Gastgeber von Netzwerktreffen und einer digitalen Exkursion durch Jena machte das Projekt konkrete Anwendungen direkt vor Ort erlebbar. So konnten die Teilnehmenden nicht nur über digitale Lösungen sprechen, sondern sie unmittelbar kennenlernen.

Erfahrungen dauerhaft zugänglich machen

Wissenstransfer endet jedoch nicht mit einer Veranstaltung. Entscheidend ist auch, Erfahrungen zu dokumentieren und öffentlich zugänglich zu machen.

Das Smart City Projekt Jena veröffentlicht deshalb regelmäßig Fachbeiträge, stellt Projektergebnisse vor und beteiligt sich an Publikationen des Förderprogramms. Dazu zählen unter anderem ein Blog- und ein Newsletterbeitrag zum Thema „Analoge Ankerorte“ sowie der über die Digitalagentur Thüringen veröffentlichte Rollout-Plan für die Gesundheitsapartments im Smarten Quartier Jena-Lobeda.

Darüber hinaus wirkt das Projekt an Arbeitshilfen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit, beispielsweise zur Wirkungsmessung urbaner Datenplattformen oder zur Gestaltung analoger Ankerorte.

Auf diese Weise entstehen Materialien, die anderen Kommunen Orientierung geben und sie bei der Umsetzung eigener Projekte unterstützen.

Von Jena aufs Land: Telemedizin als Beispiel für erfolgreichen Wissenstransfer

Besonders anschaulich zeigt sich der Nutzen des Wissenstransfers am Telemedizinraum im Smarten Quartier Jena-Lobeda.
Die dort gesammelten Erfahrungen fließen inzwischen in neue Projekte im ländlichen Raum ein. In Crossen an der Elster entsteht derzeit ein Telemedizinraum, der die medizinische Versorgung künftig ergänzen soll. Das Angebot wird gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt und baut unmittelbar auf den Erkenntnissen aus Jena auf. Verläuft die Umsetzung planmäßig, sollen dort im Herbst 2026 die ersten Patientinnen und Patienten behandelt werden.

Auch in Langenwolschendorf wird im Rahmen des Programms „Modellprojekte Smart Cities“ ein vergleichbares Angebot aufgebaut. Damit wird sichtbar, wie eine in Jena erprobte Lösung weiterentwickelt und auf andere Regionen übertragen werden kann.

Gemeinsam entstehen Lösungen, die weiterreichen

Der kontinuierliche Austausch mit Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Partnern zahlt sich aus. Projekte und Erfahrungen aus Jena stoßen bundesweit auf Interesse und werden regelmäßig als Beispiele guter Praxis nachgefragt.
Wissenstransfer und Vernetzung sind daher weit mehr als begleitende Aufgaben. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass aus einzelnen Projekten übertragbare Lösungen entstehen.

Indem Jena Erfahrungen offen teilt, Kooperationen aufbaut und den fachlichen Dialog fördert, wirken die Ergebnisse des Smart City Projekts über die Stadtgrenzen hinaus und unterstützen Kommunen in ganz Deutschland auf ihrem Weg in die digitale Zukunft.